Wildschwein (Sus scrofa)

Fast immer hungrig:

Das Wildschwein

Erscheinungsbild

Größe schwankt in Abhängigkeit von der Region; in Deutschland etwa 100 bis 150 kg, in Osteuropa fast doppelt so schwer. Dichtes Fell mit derben Borsten, im Sommer braun-schwarz, im Winter überwiegend schwarz, daher der Name "Schwarzkittel". Frischlinge mit längsgestreiftem Fell. Männliche Wildschweine (Keiler) haben starke Eckzähne, die zu schweren Verletzungen bei Mensch und Tier führen können.

Wichtig: Gefahren für Autofahrer wegen hohem Gewicht und häufigem Auftreten in Rotten. Mehr Infos dazu siehe DJV-Aktion "Achtung Wildwechsel" hier klicken.

Nahrung

Wildschweine sind Allesfresser. Das Nahrungsspektrum umfaßt pflanzliche und tierische Nahrung: Gras, Kräuter, Knollen, Wurzeln, Früchte und Samen, Würmer, Insekten, Mäuse und Gelege, Jungtiere, frißt auch Aas. Mit der Schnauze brechen die Sauen den Boden nach Nahrung um, sie pflügen im wahrsten Sinne des Wortes den Boden.

Sinnesleistung und Lautäußerung

Wildschweine haben einen hervorragenden Geruchssinn, deshalb werden sie auch zur Trüffel- und Drogensuche eingesetzt.
Das Sehvermögen ist schwach ausgeprägt. Wildschweine besitzen ein sehr großes Repertoire an Lautäußerungen, bei Beunruhigung warnen Wildschweine durch ein weit vernehmbares Schnaufen oder Blasen. Bei Schmerzen oder Angst kreischen sie laut und anhaltend. Wütende Keiler schlagen ihre Eckzähne laut aufeinander.


Fortpflanzung und Lebensweise

Frischling

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Geschlechtsreife ab dem 1. Lebensjahr bei guten Nahrungsbedingungen. Paarungszeit: November und Dezember. Bei guter Nahrungsversorgung können Bachen allerdings das ganze Jahr über paarungsbereit sein. Vor der Geburt sondert sich die Bache von der Rotte ab und zieht sich in einen geschlossenen Wurfkessel zurück, den sie zuvor gebaut hat.

Nach einer Tragzeit von 4 Monaten wirft sie dort 1 bis 8 Frischlinge, die 3 Monate gesäugt werden. In den ersten Tagen nach der Geburt duldet sie keine Artgenossen, sie verliert sogar die Furcht vor den Menschen und greift an, wenn sich jemand dem Kessel nähert.

Bachen und die Jungtiere leben meist in Familienverbänden. Erwachsene Keiler sind Einzelgänger. Wildschweine haben eine hohe Vermehrungsrate, so daß eine scharfe Bejagung erforderlich ist. In freier Wildbahn wird Schwarzwild selten älter als 7 bis 8 Jahre.

 

Bestandsituation und Folgen

Wegen der hohen Vermehrungsrate ist eine scharfe Bejagung der Wildschweine notwendig. Besonders hoch sind die Schäden in der Landwirtschaft, wenn Maisfelder oder frisch eingesäte Felder durch Wildschweine "bearbeitet" wurden. Kommt das Getreide in die Milchreife, zieht es die Sauen vermehrt aufs Feld. Eine Rotte Sauen kann in einer Nacht einen ganzen Haferschlag oder ein Maisfeld verwüsten.