Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus)

Erscheinungsbild

Nahrung

Reiner Pflanzenfresser, wenig spezialisiert: Gräser, Kräuter, junge Saaten, Feldfrüchte, Knospen, Triebe und Rinde. Genau wie der Feldhase frisst es die eigene Blinddarm-Losung zur Regulierung des Vitamin B1-Haushalts auf. Nimmt Nahrung in der Dämmerung und auch nachts auf; in ruhigen Gebieten ist es auch tagaktiv. Es legt bei der Nahrungsaufnahme nur kurze Entfernungen von max. 200 m zurück. Durch das kolonieweise und damit massenhafte Auftreten von Wildkaninchen werden beträchtliche Schäden an land- und forstwirtschaftlichen Flächen angerichtet, z. B. in Gemüse- und Obstanlagen, Weinbergen, Forstkulturen.

Lebensraum

Ursprünglich ist das Wildkaninchen ein Steppenbewohner. Es bevorzugt Landschaften mit leicht grabbaren Sandböden und warmen oder zumindest mildem Klima. In Deutschland lebt es an Waldrändern, in Heidelandschaften und in lichten Kiefernbeständen, aber auch in Parks, Grünanlagen und auf Friedhöfen. Größere Felder und geschlossene Waldgebiete meidet es.
Das Wildkaninchen gräbt im Gegensatz zum Feldhasen unterirdische Erdbaue mit mindestens zwei Ausgängen. In einem Erdbau lebt der streng hierarchisch geordnete Familienverband, der selten mehr als sieben Tiere umfasst. Mehrere Familien schließen sich zu einer Kolonie zusammen, die aus über 100 Tieren bestehen kann.

Sinnesleistung und Lautäußerung

Der Bewegungssinn ist hervorragend ausgeprägt. Geruchsinn und Gehör sind gut entwickelt; Bodenerschütterungen werden sehr gut wahrgenommen. Bei Gefahr werden Artgenossen im Bau durch kräftiges Klopfen mit den Hinterläufen gewarnt.
Kaum Lautäußerungen, Jungtiere quietschen oder murren. Auffällig ist der helle, durchdringende Klageschrei.