Pflanzaktion (Pressebericht)

Biotop für Weißdorn und Maus:

Hegering und AGU

Der Vorsitzende der AGU Schwelm u. Andre Kohlstadt, Vorsitzender des Hegerings Schwelm pflanzen einen Setzling. (Foto: Stefan Scheler)

- Waldnutzer pflegen Naturräume -

Hegering und AG Umweltschutz organisierten Pflanzaktion

(Sche). Rund 20 Naturfreunde beteiligten sich an der Pflanzaktion und freuten sich auf das gemütliche Grillen nach der Arbeit. Schwelm. Gelände-Radfahrer verschandeln die Wälder und stören das Wild. So lautet ein weit verbreitetes Vorurteil, dem die Aktiven des Hagener Moutainbike-Clubs „Zee Aylienz“ vor wenigen Tagen mit ihrer Teilnahme an einer ungewöhnlichen Aktion entgegenwirkten. Die Pedalritter schlossen sich einer besonderen Maßnahme zur Landschaftspflege an, bei der der Hegering Schwelm und die Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Schwelm an der Gemarkung „Am Tannenbaum“ im Süden der Kreisstadt 500 junge Strauchgehölze pflanzten. „Wir setzen hier Weißdorn, Schlehe, Haselnuss und wilde Rosen“, erläuterte Michael Treimer, Vorsitzender der AG Umweltschutz, dieses Projekt: „Es kommt uns darauf an, eine so genannte Dickung zu schaffen. In solch einem natürlichen Versteck können sich Wildtiere aufhalten und von dem Schutz vor Fressfeinden profitieren, den ihnen die dornigen Gewächse bieten.“ Auf diese Weise entsteht ein Biotop für viele andernorts nicht mehr anzutreffende heimische Pflanzen und Tiere. „Zum Beispiel sollen hier wilde Mäuse und Hermeline ein Zuhause finden“, hofft Michael Treimer auf gute Annahme des neu geschaffenen Naturraums: „Auf einem fünfeinhalb Hektar großen früheren Haferfeld und Kartoffelacker haben wir schon von 1990 bis 1992 eine ähnliche Pflanzaktion mit Schwelmer Schulen und Vereinen initiiert. Damit wollen wir eine Identifikation mit der heimischen Landschaft und ihrer Artenvielfalt erreichen.“

 


Und so hatten sich rund 20 Naturfreunde auf der Schwelmer Höhe zusammengefunden, um gemeinsam zu arbeiten und am Nachmittag nach getanem Tagewerk den Grill anzuwerfen. Bei erfrischenden Getränken saß man dann noch etwas beieinander und klönte. Zum Hegering Schwelm und der AG Umweltschutz als Veranstalter gesellten sich die Fahrradsportler von „Zee Aylienz“ mit Wencke Kaup und Markus Franke, der auch für die Gesellschaft für Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung Schwelm (GSWS) tätig ist. „Als Gelände-Radfahrer möchte ich, dass naturnahe Wälder für alle erhalten bleiben“, zählt er seine persönlichen Beweggründe für den Einsatz beim Umweltschutz auf: „Im Interesse der Stadt Schwelm ist mir daran gelegen, dass wir mit dem Pfund unseres naturbelassenen Umlands wuchern.“ „Wir brauchen eine Allianz aller Waldnutzer, also der Jäger, Sportler und Naturfreunde“, teilt GSWS-Geschäftsführer Tilo Kramer diese Sichtweise: „Aktionen wie die heutige sind für alle Beteiligten ein Experiment, bei dem sie Neuland betreten.“ Um diese herausfordernde Aufgabe auf möglichst viele Schultern zu verteilen, sind bei der Pflege und Erhaltung der heimischen Natur auch die Nordic-Walking-Schule und der Sauerländische Gebirgsverein (SGV) Schwelm mit im Boot.

Der Hegering als Organisation der Jägerschaft sieht im Schutz der Wälder und der Bewahrung ihrer tierischen Bewohner den Sinn der waidmännischen Zunft. „Damit wir das Biotop hier anlegen können, hat uns der Grundeigentümer Günther Fehlert dieses Flurstück überlassen“, drückt André Kohlstadt, Vorsitzender des Hegerings Schwelm, dem großzügigen Gönner seinen Dank aus: „Er hat dafür sogar eigene Pläne zurückgestellt.“

Wichtig ist allen Mitgestaltern des neuen Lebensraums, dass Freizeitsportler und Spaziergänger auf dessen biologische Empfindlichkeit Rücksicht nehmen. „Die Leute sollen auf den Wegen bleiben“, mahnt André Kohlstadt. Um diesem Appell etwas nachzuhelfen, sind die Neupflanzungen mit stabilem Drahtgeflecht eingezäunt, bis die dornigen Sträucher groß genug sind, um sich selbst zu schützen.